Die Rückblende
Die Rückblende
(auch Flashback oder Analepse genannt) ist eine Narrationstechnik,
mit deren Hilfe im Film eine vergange Zeitstufe in die Gegenwart
implementiert wird. Dies erlaubt nicht nur Zeit, sondern auch Raum
und Handlung zu überbrücken, wodurch mehr Informationen über die
Charaktere offenbart und/oder die Handlung vorangetrieben werden
kann.
Durch den Bruch
der Chronologie des Films ergeben sich neue Möglichkeiten der
Erzälweise.
Die erste
effektive Anwendung der Rückblende ist in "The Birth of a
Nation"(1915) von D.W. Griffith zu finden, in welchem die
Handlung für einen Sprung in die Vergangenheit kurz unterbrochen
wird. Das damals noch "Switchback" genannte Stilmittel
gehört zu einer Handvoll Techniken, die von Griffith auch dafür
enwickelt wurden, um zu demonstrieren, dass Filme zu weit mehr fähig
sind als Theaterstücke.
Um Rückblenden
erkenntlich zu machen, werden diese oft optisch von der Gegenwart im
Film abgesetzt. Dabei kann zum Beispiel die Farbgebung anderst sein:
Farbton, Sättigung, Helligkeit und Kontrast können modifiziert
werden, das Bild kann natürlich auch in Schwarz/Weiß sein und/oder
Unschärfe an den Rändern haben. Auch die Art der Übergänge
(verschiedene Arten von Blenden, z.B.) und der Ton können auf einen
Flashback hinweisen.
Rückblenden
können natürlich auch narrativ eingeleitet werden, wie z.B über
voice-over.
Bei
Rückblenden unterscheidet man zwischen zwei Erzählperspektiven
unterscheiden, der subjektiven und objektiven.
Objektive
Rückblende:
Hier werden
Szenen eingeblendet, die in der Vergangenheit stattgefunden haben, um
deren Verhältnis zur Gegenwart zu zeigen. In dem Fall wird die
Geschichte in der nicht aus der Sicht des Protagonisten sondern aus
der eines allwissenden Erzählers dargestellt. Die Rückblenden
überschreiten somit das mögliche Wissen involvierten der
Charaktere.
Subjektive
Rückblende:
Diese erzählt
aus der Perspektive eines Charakters und ist die am häuffigsten
angewendete Rückblende. Dabei handelt es sich meistens um
Erinnerungen, die einen Einblick in die Motivation und Gedankenwelt
der Person ermöglichen oder eine Backstory dersselben enthüllen
können.
Ein klassisches
Beispiel für die subjektive Rückblende ist eine Szene in
"Casablanca"(1942), in der sich der Protagonist an schönere
Zeiten mit seiner Geliebten zurückerinnert.
Auch im Film Noir
wird der subjektive Flashback häuffig angewendet, weil dieser nur
begrenzte Einblicke in die Vergangenheit der erzählenden Person
erlaubt sondern auch unzuverlässige Erzählweise beinhalten kann.
Das hat zur Folge, dass der Zuschauer stärker in die Handlung
involviert wird.
Darüber hinaus
ist der Spielraum in der Art der Anwendung größer als beim
obkektiven Flashback, da hier zum Beispiel das Aufblitzen
verschiedener Szenen möglich ist oder dieselbe Geschichte durch die
Erinnerungen verschiedener Personen erzählt werden kann, wie es zB.
In "Citizen Kane"(1941) der Fall ist.
Bezogen auf den
Zeitrahmen unterscheidet man interne und externe Flashbacks.
Die interne
Rückblende:
Bei Internen
Flashbacks werden Szenen innerhalb des Zeitrahmens des Films
wiederholt gezeigt, damit der Zuschauer an vergangene Ereignisse
erinnert wird oder eine andere Sicht zu früher Geschehenem gewinnen
kann. Diese Variante wird oft für Plot Twists verwendet, wie zum
Beispiel am Ende von "The Sixth Sense"(1999) wobei durch
die Flashbacks offenbart wird, dass der einer Protagonisten den
ganzen Film über bereits tot war. Ein anderes Beispiel dafür sind
die Flashbacks am Ende von "Fightclub"(1999), wo der
erzählende Charakter erkennt, dass er und Tyler Durden, der andere
Protagonist, ein und dieselbe Person sind.
Die externe Rückblende:
Hier werden
Szenen außerhalb des Zeitrahmens des Film gezeigt, oft um die
Backstory eines Charakters zu illustrieren. Ein Beispiel dafür sind
die eingeblendeten Kindheitserinnerungen des Protagonisten in
"Forrest Gump"(1994), die die Motivation des Protagonisten
erklären.
Der Sonic
Flashback:
Diese Art der
Rückblende wird ausschließlich über die die Tonebene
transportiert, wie z.B. in "Kon-Tiki"(2012), als der
Protagonist kurz davor steht, zu ertrinken und man seine Erinnerungen
hören kann.
Insgesamt werden
Rückblenden dazu verwendet, um der Geschichte und den Charakteren
Tiefe zu verleihen und um die Spannung lange halten zu können. Als
Zuschauer kann man sich, wenn Rückblenden effektiv eingesetzt
werden, oft besser in die Charaktere hineinversetzten und gerät
stärker in den Sog der Geschichte.
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Quellen:
http://cinewiki.wikispaces.com/Flashbacks+as+a+Film+Technique
https://www.writersstore.com/the-use-of-flashbacks/
https://vimeo.com/99139322
https://en.wikipedia.org/wiki/Flashback_%28narrative%29
http://www.psu.edu/dept/inart10_110/inart10/film.html
James Monaco; Hans-Michael Bock: Film verstehen. Das Lexikon; Die wichtigsten Fachbegriffe zu Film und Neuen Medien, Hamburg 2011 (rororo)
Quellen:
http://cinewiki.wikispaces.com/Flashbacks+as+a+Film+Technique
https://www.writersstore.com/the-use-of-flashbacks/
https://vimeo.com/99139322
https://en.wikipedia.org/wiki/Flashback_%28narrative%29
http://www.psu.edu/dept/inart10_110/inart10/film.html
James Monaco; Hans-Michael Bock: Film verstehen. Das Lexikon; Die wichtigsten Fachbegriffe zu Film und Neuen Medien, Hamburg 2011 (rororo)
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